Veröffentlicht am So., 18. Sep. 2016 15:27 Uhr

Ich gehöre zu den Menschen, die gerne Urlaub am Meer machen. Es muss nicht einmal unbedingt der Atlantik oder der Pazifik sein, ich bin auch sehr gerne an der Nord- oder Ostsee.

Waaaas? Da ist doch immer nur schlechtes Wetter!

kann ich einige von euch denken hören. Ich muss zugeben: Die Chancen auf Sonne und Hitze sind nicht besonders überdurchschnittlich hoch. Doch es kommt auch vor, dass man dort einen Sonnenbrand bekommt ;) Und selbst wenn nicht, mich stört das stürmische Seewetter wenig. Ich liebe es, gut eingepackt am Strand spazieren zu gehen, die salzige Luft zu riechen und den Regen auf meiner Kapuze und im Gesicht zu spüren.

Besonders liebe ich aber den Wind. Es ist so schön zu sehen, wie raue Böen Muster in die Wellen und den Sand zeichnet und die Möwen fast auf einer Stelle stehen, weil sie gegen den Wind nicht ankommen. Und das liebe ich am meisten: Wenn der Wind so stark ist, dass ich mich einfach gegen ihn lehnen kann und nicht umfalle. Ein herrliches Gefühl!

Situationen in denen ich sinnbildlich gegen starken Wind ankämpfen muss gibt es in meinem Alltag auch. Doch leider sind die nicht mal annähernd so schön wie die Momente am Meer. Es ist kein gutes Gefühl, wenn ich durch mein Leben gehe und es mir vorkommt, als wende sich alles gegen mich. Ich komme einfach nicht voran. Und auch die Menschen die mich begleiten stellen sich auf die Seite des Windes und somit mir entgegen. Dann komme ich immer an den Punkt, an dem ich mich frage: Muss das sein? Muss ich dagegen ankämpfen? Warum lege ich mich nicht einfach flach auf den Boden und ergebe mich? Das wäre doch viel einfacher.

Ja, es wäre einfacher, wenn ich mich einfach ergebe. Es wäre einfacher, wenn ich dem Widerstand nachgeben würde und einfach das tun würde, was die anderen von mir verlangen. Aber wisst ihr, was das Problem ist? Wenn ich dem Wind nachgebe, dann drückt er mich in die Richtung, in die er weht. Und die liegt entgegengesetzt zu der Richtung, in die ich gehen will. Wenn ich dem Druck nachgebe, drückt er mich zurück an den Ort, von dem ich gestartet bin. Will ich das? Willst du das? Es gibt doch einen Grund, warum wir losgegangen sind. Und es gibt doch einen Grund, warum wir genau diese Richtung gewählt haben.

Ich möchte uns, dir und mir, Mut machen, nicht nachzugeben. Leg dich nicht flach auf den Boden und warte, bis der Wind nachgibt. Du weißt nicht, ob das überhaupt je passieren wird. Stattdessen lasst uns aufstehen und weitergehen. Lasst uns unseren Weg gehen, auch wenn wir gegen den Wind laufen müssen. Spätestens wenn der Sturm sich legt und wir wieder geradeaus gucken können, werden wir merken, dass wir gar nicht so alleine waren, wie wir dachten. Jesus hat versprochen, dass er uns nie alleine lässt (Mt 28,20). Und daran glaube ich! Auch wenn es nicht so scheint, ist sein Versprechen wahr. Er ist an unserer Seite, Tag für Tag, bei Wind und Wetter. Und wenn es sein muss, kämpft er mit uns gegen Wind. Also lasst uns weitergehen, auch mit Gegenwind.

Deine Daria

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