Veröffentlicht am Di., 1. Mär. 2016 19:00 Uhr

Ich sitze zwischen tausenden von Menschen und lausche der Musik, die vorne auf der Bühne gespielt wird. Sie ist gut, harmonisch, melodisch. Auch die Texte gefallen mir.

Aber da ist noch etwas anderes, das ich spüre. Und als es mir bewusst wird weiß ich sicher, dass ich nicht die Einzige bin, die ihn spürt. Jeder in diesem Raum oder in der Nähe kann ihn spüren. Viel mehr noch, niemand kann ihn nicht spüren - den Bass.

Ich merke, wie er sich rhythmisch durch meinen Körper bewegt. Egal ob ich sitze, stehe, gehe, mitsinge oder leise bin, er ist da. Der Bass bewegt mich, rein physisch. Die Musik könnte ich irgendwie blockieren, indem ich mir die Ohren zu halte oder Ohrstöpsel benutze. Doch ich kann nichts dagegen tun, dass der Bass den Rhythmus der Musik für mich spürbar macht.

Ich muss schmunzeln, denn so fühlt sich auch Gottes Liebe für mich manchmal an. Tatsächlich ist es mit ihr oft so, wie mit dem Rhythmus der Musik.

Dreh ich den Bass auf, spüre ich den Rhythmus quasi in meinem Blut. Egal was ich mache, er ist da. Wenn ich mich bewusst darauf einlasse und Gott Raum in meinem Leben gebe, ist es, als würde ich den Bass aufdrehen, um den Rhythmus zu spüren. Es passiert, indem ich mit ihm rede, gute Musik höre, mit Menschen über ihn rede, in den Gottesdienst gehe, in der Bibel lese, oder was ich eben sonst so machen, um Gott meine Aufmerksamkeit zu schenken.

Allerdings habe ich auch die Möglichkeit, den Bass rauszudrehen. Dann spüre ich keinen Rhythmus mehr. Wenn ich Gott keine Zeit in meinem Leben einräume, kann es passieren, dass ich ihn auch nicht mehr spüre. Ich weiß plötzlich gar nicht mehr so sicher, ob er wirklich da ist. Hört er mich? Begleitet er mich? Redet er vielleicht sogar mit mir? Der Bass ist weg.

Oder doch nicht? Streng genommen ist er eigentlich noch da. Natürlich kann ich ihn nicht mehr spüren. Aber der Grund dafür ist ja, dass ich ihn rausgedreht habe und nicht, dass er verschwunden ist.

Und so kann es uns auch mit Gottes Liebe passieren. Wir merken, dass wir nichts mehr merken. Dieses sagenumwobene „Feuer“, von dem immer alle reden, diese Leidenschaft im Herzen, sie ist weg. Doch eigentlich ist sie gar nicht weg. Sie ist immer noch da, aber wir haben sie „rausgedreht“.
Wir haben die Liebe vernachlässigt und mit anderen Dingen übertönt. Wir haben Gott keine Möglichkeit gegeben, seine Liebe in uns auszubreiten, weil wir keine Zeit mit ihm verbracht haben. Wir haben uns nicht mit anderen über ihn oder unsere Fragen unterhalten, waren nicht im Gottesdienst oder der Teen- oder Jugendstunde, haben uns einfach nicht mit ihm beschäftigt. Stattdessen haben wir uns mit anderen Dingen beschäftigt, dadurch haben wir seine Liebe „rausgedreht“.

Doch genauso wie mit dem Bass, ist es auch mit der Liebe. Sie ist noch da! Und wenn wir Gott die Chance geben sie wieder aufzudrehen, können wir sie auch wieder spüren.

Das ist anstrengend, weil wir Konzentration und Zeit investieren müssen. Wir müssen es ernst meinen. Aber mal ehrlich, ist es das nicht wert? Hast du schon mal ein richtig gutes Lied gehört, und den Bass rausgedreht? Ich nicht, denn das wäre sicherlich nur halb so schön. Also lass uns gemeinsam auch den Bass in unserem Leben voll aufdrehen und Gott Raum geben, uns seine Liebe spüren zu lassen.

Deine Daria.

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