BETEN - Es kommt drauf an, was wir draus machen

Die deutsche Zementindustrie wirbt für ihr Produkt mit dem Slogan: Beton, es kommt drauf an, was wir draus machen.

Diese Aufschrift auf Lastwagen und Plakaten ließ mich sofort ans Beten denken: »Beten, es kommt drauf an, was wir draus machen!« In der katholischen Kirche wird das Gebet als Strafe, als Bußübung für begangene Sünden gebraucht: »Für diese Sünde bete als Buße drei Vaterunser und zwei Ave Maria«. Erstarrte Frömmigkeit erkennt man daran, daß das Gebet zur Pflichtübung verkommen ist: »Ich muß noch eben meine Stille Zeit machen.«

Dabei ist das Gebet, das Gespräch mit Gott, das Lebenselixier für unsere Beziehung zu unserem Vater im Himmel. Wir reden mit ihm, und er redet mit uns, ermutigt uns, ermahnt uns, sagt uns, wo es lang geht.

Dabei macht jeder Christ die Erfahrung, daß ein ständiges intensives Gebetsleben keine Selbstverständlichkeit ist. Wir kennen alle das Problem, daß wir uns zum Gebet immer neu aufraffen müssen. Der echte Gebetskampf muß immer wieder neu aufgenommen werden. Wir empfinden alle, daß das Gebet nicht zu kurz kommen darf. Gerade hier werden wir aber stark angefochten, nehmen uns nicht die Zeit, werden durch allerlei Dinge auf- und abgehalten. Wir machen meist nicht das daraus, was wir draus machen sollten!

Die Bibel berichtet vom ersten Gebet in 1. Mose 4,26: »Und Set zeugte auch einen Sohn und nannte ihn Enosch. Zu der Zeit fing man an, den Namen des Herrn anzurufen.« Aber weit wichtiger ist, daß Gott selbst mit allem Nachdruck auffordert, ihn allezeit zu suchen und anzurufen, und daß er verspricht, zu hören und zu helfen! Ein paar Beispiele gefällig? Ich habe einige Schlüsselwörter hervorgehoben:

Aufforderungen

Fraget nach dem Herrn und seiner Macht, suchet sein Angesicht allezeit! (1. Chronik 16,11; Hosea 14,3)

Er sagte ihnen aber ein Gleichnis darüber, daß sie allezeit beten und nicht nachlassen sollten! (Lukas 21,36)

Betet allezeit mit Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit im Gebet für alle Heiligen. (Epheser 6,18 Philipper 4,6; Kolosser 4,2)

Betet ohne Unterlaß (1. Thessalonicher 5,17; 1. Timotheus 2,8)

Beten, es kommt drauf an, was wir draus machen!

Verheißungen

Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen. (Psalm 50,15)

Rufe mich an, so will ich dir antworten, und will dir kundtun große und unfaßbare Dinge, von denen du nichts weißt! (Jeremia 33,3)

Es gibt in Deutschland ein recht bekanntes System für Türschlösser mit der Abkürzung: BKS. Man kann das ein wenig umstellen in BSK und sich dadurch eine Eselsbrücke bauen zu der Verheißung Jesu in Lukas 11,9. Neugierig, was dort steht? Bitte lies selber nach und erneuere dein Gebet. Das Angebot ist da, es kommt drauf an, was wir draus machen!

Erfahrungen

Es gibt reichlich Vorbilder für ein intensives Gebetsleben: Ob Abraham, Mose, David oder viele andere mehr. Das Gebetsleben Jesu ist eine spannende Studie, und auch die Gebetspraxis des Paulus ist vorbildlich. Sie alle haben aus dem Gebet gelebt und alles daraus gemacht. In Jakobus 5,17-18 lesen wir von Elia, der »war ein schwacher Mensch wie wir; und er betete ein Gebet, daß es nicht regnen sollte, und es regnete nicht auf Erden 3 Jahre und 6 Monate. Und er betete abermals, und der Himmel gab den Regen, und die Erde brachte ihre Frucht.«

Die Beton(ung) liegt darauf: Er war ein schwacher Mensch wie wir _ wie du und ich. Wir erfahren im Gebetsleben so wenig, weil wir es einbetoniert haben. Wir meinen, daß es nur für irgendwelche Glaubenshelden wirksam sei, aber es ist ein Befehl Jesu. Was könnte sich in unseren Familien und Gemeinden geistlich alles verändern und verbessern, wenn wir unser Gebetsleben immer wieder erneuern würden. Paulus sagt von Epaphras in Kolosser 4,12: »Er ist ein Knecht Christi Jesu, der allezeit in seinen Gebeten für euch ringt, damit ihr feststeht, vollkommen
und erfüllt mit allem, was Gottes Wille ist!« Es sind nicht nur die großen biblischen Persönlichkeiten, die echte Beter waren _ auch die weniger bekannten Männer und Frauen können etwas bewegen.

Unsere Gebetslosigkeit rührt nicht daher, daß wir keine Probleme haben, sondern wir haben Probleme, weil wir so gebetslos sind.

Hinderungen

Warum machen wir nicht mehr aus dem Gebet??

Wesley meinte: Du kannst mehr tun als beten - nachdem du gebetet hast. Aber du kannst nichts mehr als beten, bis du gebetet hast.

Ursachen für die mangelnde Gebetsfreudigkeit sind:

Geistliche Sattheit, Selbstzufriedenheit, Gleichgültigkeit und Erwartungslosigkeit. Lies einmal Offenbarung 3,14-19.

Sünde, Götzendienst und Geiz, siehe Jakobus 4,1-3.

Ein Sprichwort sagt: »Wo keine Reinheit ist, da ist auch kein Gebet. Und wo kein Gebet ist, da kann man auch kein Himmelswasser trinken!« Dies bestätigt Jesaja 59,1-2: »Siehe, der Arm des Herrn ist nicht zu kurz, daß er nicht helfen könnte, und seine Ohren sind nicht hart geworden, daß er nicht hören könnte, sondern euere Verschuldungen scheiden euch von euerem Gott!«

Unversöhnlichkeit wird verschiedentlich genannt (Markus 11,25; Epheser 4,30-32).

Prüfe dich, ob es etwas gibt, was deinen Eifer und deine Freude am Gebet hindert, was den Anschluß unterbindet.

Beten, es kommt drauf an, was wir draus machen! Alles klar, aber jetzt bist du dran! Du hast kein Recht, zu stöhnen oder zu klagen. Aber du hast das Vorrecht zu beten. Beton kann man nicht wieder flüssig machen, aber das Gebetsleben kann aus seiner Erstarrung erneuert werden.

Erneuerung

Du fragst dich, wie das gehen kann? Hier einige Vorschläge: Man kann um Mitbeter beten und dann einladen zum Gebetsfrühstück im Gemeindehaus oder Wohnzimmer. Bei uns in Braunschweig besteht solch ein Kreis schon über 7 Jahre.

Man kann das Gebetsleben mit dem eigenen Ehepartner erneuern oder erstmalig beginnen. Es gibt eine wunderbare Verheißung besonders auch für Ehepaare. Jesus sagt in Matthäus 18,19: »Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, das soll ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel.«

Man kann sich Gebetspartner suchen zum Gebet für die Gemeinde, die Verkündigung, die Mitarbeiter, den Prediger! Die Anregungen für Gebets-Trios sind hier sehr hilfreich (siehe Kasten).

Oder wie sieht es aus mit Gebetstreffen vor Veranstaltungen in der Gemeinde? Mit welchem Eifer besuchen wir sie, beteiligen wir uns persönlich?

Liebe Leser, wir brauchen nicht in erster Linie neue Bücher oder Berichte, sondern eine neue Hingabe an den, der seine Segensverheißungen an das Gebet geknüpft hat. Es kommt drauf an, was wir draus machen.

Klaus Kröger (Gemeindepastor in Braunschweig, Vorsitzender des Missionswerkes der Gemeinde Gottes)